Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11¹

höht haben, und als er zu ſprechen aufgehört hat, ſpringt Frau Bichat, auf die Gefahr hin, nicht ihre Formen, ſondern ihre Knochen ſehen zu laſſen, aus dem Bette, eilt auf Roſa zu, nimmt ſie bei den Hän⸗ den und ruft aus:„Armes junges Mädchen, arme Kleine!... Nachts auf der Straße, ohne zu wiſſen, wo ein Obdach zu finden... und der abſcheuliche, gottloſe Bandit, der ſie mit ſich ſchleppen wollte, um ihre unglückliche Lage zu ihrem Verderben zu be⸗ nützen! O, dieſe Scheuſale, die Männer!... was ſind das für Rhinoceroſſe!... Seht, Bichat, auf welche Abwege die ſündhafte Leidenſchaft zu dem ſchönen Geſchlechte führt... man denkt an Nichts als an Verführung und Ueberliſtung dieſer armen Weiber!“

Herr Bichat bedeckt ſich das Geſicht mit einer

Schüſſel, deren er ſich wie eines Fächers bedient, und

entgegnet:„Ach, abermals Sticheleien auf mich! Steine in meinen Garten, weil ich den Fehler habe, liebenswürdig gegen die Frauenzimmer zu ſein! Als ob ſich ein Handelsmann nicht ſtets bemühen müßte, ſeine Kunden für ſich einzunehmen.“

„Meine Kinder, ſeid ruhig,“ ſagt Deſiderius Glureau,„es handelt ſich nicht von euren ehelichen Zwiſten; ich habe meine Schützlingin zu euch gebracht, weil man kein rechtſchaffenes Mädchen auf der Straße laſſen muß; es iſt ſo bald ein Unglück geſchehen!. Sorget für die Mamſelle, ich muß jetzt gehen, es iſt Tag, der Augenblick, wo ich mein neues Amt antre⸗ ten muß; wenn ich gleich das erſte Mal fehlte, könnte es mich um meine Stelle bringen und dadurch würde