Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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„Warum haben Sie denn Ihren Vater verlaſſen?“

„Weil er wollte, daß ich nach Paris zu meinen reichen Onkeln gehen ſoll: er glaubte, ich werde glücklicher bei ihnen ſein als in unſerm Dorfe; aber geſtern habe ich die Wohnung meiner beiden Onkel nicht finden können, obwohl man mir ihre Adreſſen gegeben hatte. Dann war ich ſehr in Verlegenheit, die Nacht brach herein und ich bin in Paris unbe⸗ kannt; es iſt das erſte Mal, daß ich hier bin. Ein Herr folgte mir lange er war auch mit uns in dem Wagen auf der Eiſenbahn.“

„Ach, welcher?“

„Ich glaube Der, welcher neben Ihnen ſaß.“

„Alſo Der, der mich verhinderte, eine Priſe zu nehmen!... O, ich hatte große Luſt, ihm im Wagen den Kopf zurechtzuſetzen. Wenn wir Zwei allein ge⸗ weſen wären, hätte er ſicher ſeine Tracht bekommen, ich ſchwöre es Ihnen! Nun, und dieſer Herr?“

„Er bot mir ſeinen Arm an, ſagte mir, er werde mich zu einer ſeiner Tanten führen, die mich bis zum folgenden Tage beherbergen werde. Anfangs wollte ich nicht, denn der junge Mann flößte mir gar kein Zutrauen ein; aber ich wußte nicht, was ich anfangen ſollte: es war ſchon ſpät und ich todt⸗ müde, ich war ſchon ſo lange in Paris herumge⸗ laufen.“

„O, das will ich glauben, Paris iſt groß, ſehr groß, und wenn man nicht bekannt iſt, macht man oft weit mehr Wege, als nöthig iſt. Fahren Sie fort, Mamſelle.“