Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

47

dentlich hohen Geſtalt meinen könnte, ſie ſitze auf mehreren Kiſſen, und zweitens, weil ſie unaufhörlich ihre Blicke umherſchweifen läßt und rechts und links hin lächelt, wie eine Perſon, die Gunſtbezeugungen zu vertheilen hat.

Herr Villarſec ſteht ſo ſteif und ernſt in einer Ecke wie ein preußiſcher Soldat beim Excercitium. Nicht weit von ihm weg ſitzt Fräulein Soufflat(die junge Dame, deren Naſe einige Aehnlichkeit mit ei⸗ nem Elephantenrüſſel hat) auf einem Stuhle, ohne daß ſich Jemand mit ihr unterhalten hätte, wodurch ſich ihre Naſe noch zu verlängern ſchien. Der Vetter Brouillard endlich rennt hin und her, windet ſich überall durch und ſchleicht ſich überall hin, wo ge⸗ ſprochen wird, beſonders wo man, wie es ſcheint, nicht gerne gehört werden möchte.

Die St. Godiberts bemühen ſich indeſſen auf's Aeußerſte, ihre zahlreiche Geſellſchaft gut aufzuneh⸗ men und beſonders inmitten ihrer Gäſte nicht linkiſch zu erſcheinen. Allein ſo ſehr ſich ein Emporkömm⸗ ling auch anſtrengen mag, den großen Herrn zu ſpie⸗ len, er wird immer einem Hanswurſt in einem Mar⸗ quiskleide gleichen. Hätten ſich Nicolaus Gogo und ſeine Frau damit begnügt, gute Leute zu ſein, die ihre Gäſte auf eine natürliche, ungezwungene Weiſe aufnehmen, ſo wären ſie Einem nicht lächer⸗ lich in ihrem Salon vorgekommen.

Madame St. Godibert läuft von Einem zum Andern und ſucht ſich ein Weſen zu geben, das nicht zu ihrem Beduinenkopfe paßt. Herr Roquet hat ihr