„Ich will ihn in meinem Zimmer auf meinem Schreibtiſch auf mehrere Karten niederſchreiben, ſo wird er mir im Gedächtniß bleiben; dann müſſen wir ausziehen, damit man uns in unſerem neuen Lokal nur unter dem Titel, das heißt dem Namen St. Godibert, kennt.“
Als nun Herr Euſtachius Gogo, der Schriftſteller, die Nachricht von dem Namenswechſel ſeines Bru⸗ ders, des Reichgewordenen, erfuhr, dachte er ſeiner⸗ ſeits ebenfalls:„Ah! Nicolaus legt ſeinen Namen ab, warum ſoll ich das nicht auch thun? Ich, der ich Theaterflücke ſchreiben und mich mit der Literatur be⸗ ſchäftigen will, habe weit mehr Gründe den Namen unſeres Vaters, der ſo ſchlecht klingt und den Buch⸗ händlern und Direktoren durchaus kein Vertrauen einflöst, aufzugeben. Wenn ich Etwas zu leſen ver⸗ lange und man fragt mich: Wie heißen Sie?“ ſo bin ich immer zum Voraus überzeugt, daß man lacht, wenn ich meinen Namen nenne; denn kaum habe ich geſagt Gogo, ſo beißen ſie ſich in die Lippen, blicken ſich gegenſeitig an und lachen mit einander: das iſt ſehr unangenehm. Ach, wenn ich bereits einen gro⸗ ßen Ruf erlangt hätte, wäre mir das gleichgültig!... dann wären ſie überglücklich, ſich dem Gogo zu Fü⸗ ßen zu legen; aber es dauert lang, bis man einen Ruf hat. Ich will mir lieber gleich einen Namen verſchaffen, einen Namen, über den man mir nicht
in's Geſicht lacht, wenn ich mich nenne, oder man
mich als den Verfaſſer eines neuen Stückes bezeichnet.“ Auch Euſtachius Gogo hatte es einige Mühe ge⸗


