124 vor; er unterbricht ſich nur zuweilen, um mit der
Hand unter ſeine Kappe zu fahren, um mit einer
Art Wuth in ſeinen rothen krauſen Haaren zu kratzen.
Der zwergartige Menſch hat eine unangenehme, gellende Stimme, die das Ohr eines Jeden durch⸗ dringt, deßhalb beauftragen ihn die Uebrigen auch mit der Vorleſung der Zeitungsblätter, die außerdem manche derſelben nicht einmal buchſtabiren könnten.
„Eine Taſſe zu zwei Sous, Mutter Cichoria!“ ruft ein blaſſer, bleifarbiger Mann, der eben ange⸗ kommen, um durch ſeine Anweſenheit die Geſellſchaft zu vermehren und deſſen gräuliche Blouſe von Oben bis Unten mit Koth beſpritzt iſt.
„Schaut, der Wilde! der Wilde!“ ſchrieen mehrere Stimmen auf ein Mal, dem Neuangekommenen die Hand reichend;„Du kommſt ſpät heute Nacht; haſt Du Hochzeit gemacht?“
„Ach, worin haſt Du Dich denn gebadet? Du ſiehſt ja aus wie ein Pudel, der im geſtreckten Galoppe die vier Enden von Paris durchraste.
„Das o, das will Nichts heißen! Ich habe einige Zwiſtigkeiten mit meiner Geliebten gehabt und wir haben uns beiderſeitig ein wenig im Koth her⸗ umgewälzt!... Ich will nicht leiden, daß ſie Brannt⸗ wein trinkt, Wein dagegen ſo viel ſie mag; aber das verfluchte Schnappstrinken dulde ich nicht, weil ich ſie kenne: wenn ſie den Spiritus im Leib hat, wirft ſie ſich dem erſten Beſten an den Hals. gro⸗ ßen Dank dafür!.. wenn man das Weibsbild mit⸗ nimmt zu einem Eſſen bei guten Freunden, iſt man


