Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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108 bei einem Glaſe Wein mit Bekannten verſpätet und fürchte, von meinem Weibe geſcholten zu werden. Gute Nacht, meine Herren.“

„Du haſt große Eile, was trägſt Du in Deinem Sack?“

„Kartoffeln, mein Herren, Nahrung für meine Familie.“

„Du kaufſt Deine Kartoffeln ſpät ein.“

„Ich habe ſie ſchon geſtern Abend gekauft, aber ich hatte meinen Sack im Wirthshaus vergeſſen.“

„Zeig' einmal Deine Erdbirnen!“

Der Mann ſträubt ſich vergebens, ſeinen Sack unterſuchen zu laſſen; da er merkt, daß er dieſer Inſpektion nicht entgehen kann, läßt er den Sack fallen und verſucht es, zu entfliehen; aber man hat ſeine Abſicht vorausgeſehen und verhindert ihn daran.

Man öffnet den Sack. Statt der Kartoffeln fi⸗

den ſich Bleiſtücke von Rinnen darin.

„Wo haſt Du das geſtohlen?“ fragt der Anfüh⸗ rer der Patrouille.

Da nun der Mann einſieht, daß er mit ſeinem Plane durchgefallen iſt, antwortet er verlegen:„Ich habe Nichts geſtohlen, ſondern den Sack auf der Straße gefunden und aufgehoben.“

„Wo haſt Du ihn gefunden?“

„Dort. an der Ecke des Boulevards.“

„Du lügſt! Du haſt ihn in der Corderieſtraße geſtohlen, wo man Deinen Kameraden aufgefangen

hat, der eben damit beſchäftigt war, das Blei von den Rinnen abzulöſen.“

S

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