Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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„Mein Gott, mein Herr, wollen Sie denn auch noch dieſe Flaſche leeren?“ fragt Roſa beſorgt. „Und warum nicht, mein Kleinod? ich muß ſie

wohl allein austrinken, da Sie mir nicht Geſellſchaft.

leiſten wollen; das macht mir aber keine Furcht! ich leere vier ſolcher Flaſchen, ohne ſie nur zu ſpüren.“

Herr Richard lügt, denn er kann im Gegentheil nicht viel Wein ertragen; aber gleich jenen verſtellten Tapfern, die nie ärger ſchreien, als wenn ſie Angſt haben, glaubt der häßliche junge Mann ſich durch das Champagnertrinken zu ermuthigen; je aufgereg⸗ ter er iſt, je mehr trinkt und ſchwatzt er und wie⸗ derholt in Einem fort, der Wein habe keine Gewalt über ihn.

Es hat elf Uhr geſchlagen. Das junge Mädchen hat ſchon mehrmals ſchüchtern gemurmelt:„Ihre Tante wird ſich aber vereits zu Bett gelegt haben.⸗

„Meine Tante. meine Tante.. ſeien Sie un⸗ bekümmert,“ entgegnet Richard, deſſen Zunge anfing ſchwer zu werden,„verlaſſen Sie ſich auf mich ich ſtehe für Alles.. das iſt meine Sache.“

Indeſſen erhebt ſich Roſa doch von ihrem Sitze

und Herr Richard entſchließt ſich, daſſelbe zu thun. Seine Augen ſcheinen aus dem Kopfe treten zu wollen; er gibt ſich, während er den Kellner bezahlt, Mühe, eine würdige Miene anzunehmen, aber er ſteht nicht feſt auf ſeinen Füßen. Er nähert ſich der Jungfrau, präſentirt ihr ſeinen Arm und ſtammelt:„Vor⸗ wärts jetzt!“

Dann tritt der Kellner auf Roſa zu und flüſtert