Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Mann mit Namen Richard iſt. Obgleich dieſer Herr auf den erſten Anblick nie verführt und auf den zwei⸗ ten oft mißfällt, maßt er ſich doch an, über die Frauenzimmer, welche er hübſch findet, zu triumphi⸗ ren. Wenn er geiſtreich und liebenswürdig wäre, könnte man es noch begreifen, aber Herr Richard hat, ohne gerade dumm zu ſein, doch keinen Geiſt, denn ſo kann man doch die Gewohnheit, zu ſpotten und Alles, was Andere thun, in's Lächerliche zu zie⸗ hen, nicht nennen; ſein einziger Vortheil iſt ein gu⸗ tes Gedächtniß, und da er viel geleſen hat, kommt ihm dieſes in der Unterhaltung, wo er ſich das An⸗ ſehen eines äußerſt wiſſenſchaftlichen Mannes zu ge⸗ ben ſucht, ſehr zu Statten; er iſt aber nicht liebens⸗ würdig, weil er neidiſch iſt und der Aerger über ſeine Häßlichkeit und ſeine Unbemitteltheit durch alle ſeine Worte durchdringt. Welches ſind alſo ſeine Verführungs⸗ mittel? Eigenfinn, Beharrlichkeit und Verleumdung. Er verfolgt und ermüdet ein Frauenzimmer mit ſeinen Huldigungen und Erklärungen; er läßt ihr keine Ruhe, begleitet ſie auf allen Schritten und thut ſein Möglichſtes, ihren guten Ruf zu untergraben; es ge⸗ lingt ihm bisweilen und er gibt ſeine Verfolgungen nicht eher auf, als bis ſeine Flamme gekrönt iſt. Und es gibt manche Frauen, die ſchwach genug ſind, ſolchen Männern nachzugeben! Aber fügen wir ſchnell hinzu, daß es noch eine weit größere Anzahl gibt, die dieſelben für ihre Unverſchämtheit ſtrafen, und daß Verführer von Herrn Richards Sorte oft ſehr ſchlecht wegkommen und dazu ſchweigen müſſen.