59 ganz leiſe erwiederte:„Wo mag ſich die Galanterie noch hin verirren!“
Von nun an wurde die Reiſe ziemlich ſchweigſam zurückgelegt. Seit der Ankunft der zehnten Perſon hatte ſich das innere Anſehen des Wagens verändert. Die Frauenzimmer waren mißlaunig geworden, die Männer ſchienen nachdenklich; ſelbſt Friedrichs Be⸗ redtſamkeit war verſtummt, ſeit er ſich mit der Be⸗ wunderung ſeines vis-à-vis beſchäftigte und doch zu⸗ gleich liebenswürdig gegen ſeine Nachbarin ſein mußte.
Und da man auf der Eiſenbahn, ſelbſt wenn man Nichts ſpricht, ſehr ſchnell weiter kommt, ſo gewahr⸗ ten die Reiſenden bald mit Erſtaunen, daß der Wa⸗ gen ſtille ſtand; ſie waren am Ziele angekommen und befanden ſich in dem Bahnhof auf den neuen Boulevards beim Jardin des Plantes.
„Schau', ſchau'!“ ruft der Knopfmacher, ſich aus dem Schlage ſchwingend, aus;„ei, das geht ſchnell! Dieſe Gerechtigkeit muß man den Eiſenbahnen wi⸗ derfahren laſſen.. und man wird gar nicht gerüttelt Sieh, da iſt der naturgeſchichtliche Garten.. ehe ich mich zu Bichat begebe, will ich ein bischen hinein⸗ gehen und die Bären betrachten.“
Die Familie St. Godibert iſt in einen Fiaker ge⸗ ſtiegen. Der junge Julian kehrte ſich noch ein paar Mal um, um nach dem hübſchen Mädchen zu ſehen, welches neben ihm geſeſſen iſt, aber Vater und Mutter rufen ihm und er ſteigt höchſt ärgerlich, nicht
ſein eigener Herr zu ſein, in den Wagen.
Was Friedrich anbetrifft, ſo hat ſich dieſer bereits


