54 Kutſchentritt; ſie blickt ſchüchtern rechts und links in„ den Wagen hinein und ſagt:„Ich ſehe aber hier kei⸗ nen Platz!“
Einer der Beamten kommt und drängt die Jung⸗ frau in das Innere des Gefährtes mit den Worten: 1„Entſchuldigen Sie, Fräulein! Sehen Sie, auf die⸗ ſer Seite ſitzen nur Vier; es iſt ein Platz frei, denn es gehören Fünf dorthin. Sie werden ſich ſelbſt über⸗ zeugen.“ P
Der junge Julian iſt zu ſeinem Vater hingerückt, aber der alte Herr bleibt unbeweglich auf ſeinem Le⸗ derkiſſen ſitzen und ſchaut Einen ſo feindſelig an, daß
man es nicht wagt, ihn um einigen Platz zu bitten. Roſa⸗Maria muß ſich alſo mit dem ſchmalen Raume begnügen, den ihr der junge Mann einräumt, denn die Neuangekommene iſt Hieronymus' Tochter, welche eben mit dem Fontainebleauer Wagen angelangt war und ſich eilig auf die Eiſenbahn begeben hatte, um mit dem erſten Zuge nach Paris zu fahren.
Die Ankunft einer neuen Perſon verurſacht in einem öffentlichen Wagen immer eine Bewegung der Neugierde. Iſt die Perſon, die mit uns fährt, ein junges hübſches Frauenzimmer, dann dauert die Neu⸗ gierde noch länger; vei den Einen verwandelt ſie ſich in Intereſſe, bei den Andern in Wohlwollen oder Neid. Die Erſcheinung Roſa⸗Maria's mußte noth⸗ wendig in einem engen Raume, wo die Anzahl der Männer vorherrſchend war, Senſation erregen. Das junge Mädchen iſt zu hübſch, um unbeachtet zu blei⸗ pen, und dann nimmt ihre beſcheidene, züchtige, an⸗


