Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

51

pockennarbige Herr durch einen heftigen Stoß zurück⸗ hält:„O nein, mein Herr, nein!“ ſchreit er,„Sie dürfen nicht ſchnupfen.. Ihnen iſt es, wenn Sie

erlauben, verboten!“

„Und warum denn?“ fragt der Mann mit dem faltigen Hute, ſeinen Nachbar erſtaunt anblickend. „Da dieſer Herr Jedermann ſeine Doſe anbietet, werde auch ich eine Priſe bekommen!“

„Wie? warum? Weil Sie kein Nastuch führen, mein Herr. Sie haben ſelbſt zu uns geſagt, Sie bedienen ſich nie eines ſolchen, und wenn man kein Nastuch trägt, ſchnupft man auch nicht, weil Einen das zum Nieſen und zu einer Maſſe Dinge nöthigt, die ſehr unangenehm für Ihre Nachbarn wären.“

„Was leiern Sie mir da vor?.. Ich nieſe, wenn ich mag.. das geht Sie Nichts an!“

„Im Gegentheil, in Anbetracht meiner Nachbar⸗ ſchaft ſehr viel.“

„Ich ſage Ihnen, ich nehme eine Priſe und Sie ſollen mich nicht daran hindern...

„Und ich ſage Ihnen, Sie nehmen keine!“

Der Streit ſcheint ſich anzufachen. Der friſirte Herr hat immer ſeine offene Doſe in der Hand und ſcheint nicht recht zu wiſſen, was er thun ſoll; ſeine Begleiterin aber erſinnt plötzlich ein Mittel, dem Wortwechſel ein Ende zu machen: mit einer Bewe⸗ gung ihrer Hand wirft ſie die Doſe ſammt deren Inhalt auf den Boden.

„Jetzt iſt die Frage entſchieden!“ ruft Friedrich aus.