In einer Weile ließ ſich ein höchſt unausſtehlicher Geruch im Wagen verſpüren, der Jedem der Reiſen⸗ den in die Naſe ſtieg; in der Nähe des alten Herrn mit dem Lederkiſſen ſchien er aber am durchdrin⸗ gendſten.
„Ach, mein Gott! was iſt das?“ ruft die große Dame aus;„Friedrich, machen Sie die Fenſter auf! Ach, wie abſcheulichl... Himmliſcher Vater, was geht in dieſem Wagen vor?“
„Das iſt wahrſcheinlich eine Folge des Schreckens,“ entgegnet Friedrich lachend.
„Thatſache iſt, daß es ſchändlich ſtinkt!“ ſagt der Knopfmacher.
„Ich gäbe hundert Sous für eine Priſe Tabak!“ verſetzt Herr St. Godibert.
Der alte Herr ſagt allein Nichts und ſcheint ge⸗ gen den übeln Geruch ſehr gleichgültig; er ſieht ſo⸗ gar beruhigter aus und ſtöhnt weit nicht mehr ſo arg als vorher.
Der friſirte Herr zieht eine Tabaksdoſe aus ſeiner Taſche, macht ſie eiligſt auf und präſentirt ſie der Ge⸗ ſellſchaft mit den Worten:„Hier iſt Tabak! Ich ſchnupfe wenig, aber auf der Reiſe kommt es Einem oft ſehr zu Statten, wie im gegenwärtigen Augen⸗ blicke.“
Herr St. Godibert, ſeine Frau und die drei jun⸗
gen Leute nehmen haſtig eine Priſe aus der ange⸗ botenen Doſe. Der Knopfmacher will daſſelbe thun; er veugt bereits ſeinen Körper vor und ſtreckt die Hand aus, um Tabak zu nehmen, als ihn der junge


