Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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„Er iſt mein Freund, mein Gevatier.. Als meine Selige geſtorben war, fand ich ſechs Paar Strümpfe in ihrem Kaſten, die ich Bichat zum Prä⸗ ſent machte.“

„Ihre ſelige Frau Gemahlin war Ihnen doch von mancherlei Nutzen... ihre Strümpfe ſind ohne Zweifel nicht groß genug für Sie geweſen und Ihr Freund Bichat hat einen kleinen Fuß?“

„O warum nicht gar! Meine Selige war zwei Mal ſo dick wie jene Dame dort.. denken Sie ſich den Umfang!“

Damit deutete der ſchmutzige Reiſende auf Ma⸗ dame St. Godibert, welche mit zorniger Miene das Geſicht abwendet und vor ſich hin murmelt:„Ich be⸗ greife nicht, was mein Neffe für ein Vergnügen dar⸗ an findet, mit dieſem Menſchen zu ſprechen!“

Aber während der vorangegangenen Unterhaltung hatten die hübſche Brünette und Friedrichs junge Nach⸗ barin bisweilen gelacht, ein Beweis, daß ſie die An⸗ ſicht der Frau St. Godibert nicht theilen. Und der große junge ſchwarzhaarige Mann, welcher ſich ſehr wenig um den Aerger ſeines Oheims und ſeiner Tante zu bekümmern ſcheint, ſetzt ſein Geſpräch mit dem Knopfmacher fort. 5

„Nachdem, was Sie geſagt haben, vermuthe ich, daß Ihre Frau Gemahlin ſehr ſchön war.“

„O, eine Tonne ein Thurm!... Ich habe die⸗ ſen kleinen Kragen aus einem ihrer Spencer gemacht, die Strümpfe habe ich Bichat geſchenkt, weil ich nie welche trage.“