Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Was die Jungfrau betrifft, ſo weiß dieſe vielleicht ſelbſt nicht recht, was in ihrem Innern vorgeht; ſie empfindet einen lebhaften Schmerz, ihren Vater ver⸗ laſſen zu müſſen, aber mitten in ihrem Kummer tritt bisweilen ein Gedanke vor ihren Geiſt: der junge Mann, welcher ihr Bild gemacht hat, lebt in Paris, und ſie hofft, wenn ſie in derſelben Stadt mit ihm wohnt, ihm begegnen zu können. Es iſt unſtreitig einigermaßen Unrecht, in dem Augenblicke, wo ſie ihren Vater verlaſſen ſoll, an den jungen Maler zu denken; aber was wollt Ihr machen? die Menſchheit iſt einmal ſo, und ohne Zweifel würde Roſa⸗Maria ohne die Erinnerung an Leopold noch ungerner nach Paris gereist ſein.

Am folgenden Morgen war das junge Mädchen mit ihren Vorbereitungen zur Reiſe fertig; ſie hatte ein kleines Strohhülchen aufgeſetzt, welches etwas tief in ihre Stirne hereinging und theilweiſe ihr hübſches Geſichtchen verbarg; ihr Anzug war einfach, aber paſſend und züchtig. Hieronymus hatte ſeine neue Blouſe angezogen und ſeinen breit geränderten Hut aufgeſetzt. Er blickte ſtolz auf ſeine Tochter und rief aus:O, meine Brüder werden mir danken, daß ich Dich ihnen zugeſchickt habe. 2

In einer Ecke der untern Stube weinte die alte Manon und ſprach kein Wort.

Ei, Manon, ſagt der Landmann, auf die alte Magd zutretend,ich weine nicht, und Du kannſt Dir wohl denken, daß es mir wehe thut, mich von meiner Tochter zu trennen.

Paul de Kock. LXRv. 2