Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18 er lächelt, indem er entgegnet:Meine Kleine, Du ſprichſt wie ein ſiebenzehnjähriges junges Mädchen, welches noch keinen Begriff von der Welt hat! Ich⸗ ſiehſt Du, habe, obgleich ich meinen Pflug und mein Dorf kaum verlaſſen, doch genug Lebenserfahrung geſammelt, um zu wiſſen, daß das Geld die noth⸗ wendigſte Sache iſt, wonach die Menſchen am meiſten trachten, da es faſt durchgängig viel zum Glück bei⸗ trägt. Es iſt daher ſehr ärgerlich, daß Dein Geld in den Flammen aufgegangen iſt, denn ich habe fünf⸗ zehn Jahre an dieſer Summe geſpart, und Du kannſt nicht noch ein Mal fünfzehn Jahre warten, bis Du Dich verheiratheſt. Deßhalb habe ich bei mir gedacht: da ich Nichts mehr zur Verſorgung meiner Tochter thun kann und dieſe, wenn ich ſie bei mir behalte (ohne daß ich im Stande bin, ihr eine Mitgift mit⸗ zugeben), nur eine ſchlechte Parthie treffen und einen rohen, ihrer unwürdigen Menſchen heirathen kann, ſo muß ich den Muth haben, mich von ihr zu trennen und ſie zu ihren Onkeln nach Paris ſchicken. Dieſe ſind im Stande ſich ihrer anzunehmen, einen paſſenden Mann für ſie zu finden, und ſie werden, wenn ſie ihre ſo artige, ſo hübſche Nichte ſehen, welche ſich ſo gut zu benehmen weiß, ſtolz auf ſie ſein, mir nicht genug danken können, daß ich ſie ihnen zuge⸗ ſchickt habe, und mit Freuden für Dein Glück Sorge tragen.

Roſa⸗Maria iſt ganz ſtarr vor Staunen über ihres Vaters Worte; als er zu ſprechen aufgehört hat, blickt ſie ihn bekümmert an und ſtammelt: