Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

,

17

war der Sommer gut und die Getreideernte vor⸗

trefflich!... Erſt vor wenigen Tagen ſagte Thomaſſin zu mir:Nachbar, in einigen Wochen kann ich Dir ſchon tauſend Thaler heimgeben... Der arme gute Mann.. er konnte die Ereigniſſe nicht vorausſehen! Du weißt, was ihm dieſe Nacht geſchehen iſt... Thomaſſin iſt auf's Neue in Armuth geſtürzt, und Du wirſt begreifen, daß ich nicht an die Summe denken darf, die er mir ſchuldig iſt! Kann ich Etwas von Leuten verlangen, welche das Unglück verfolgt? O, weit entfernt davon, glaube ich, daß wenn ich noch über weiteres Geld zu verfügen hätte, ich es ihm wieder bringen würde, um ihm damit aufzuhel⸗ fen. Aber das mag ſein, wie es will, Du haſt kein Heirathsgut mehr, mein armes Kind, und das macht mir ſo viel Kummer!

Wie, mein Vater, deßhalb ſeid Ihr ſo traurig 2. ſagt Roſa, indem ſie Hieronymus bei der Hand nimmt.

Mein Gott, Kleine, es iſt wohl der Mühe werth!

Sich des Geldes wegen zu betrüben?.. O, ich verſichere Euch, mein Vater, daß das nicht der Mühe werth iſt. Mir iſt es ſehr gleichgültig, ob ich Ver⸗ mögen habe oder nicht. Glaubt Ihr, daß wenn mich Jemand lieb genug hat, mich zur Ehe zu wünſchen, er ſich erkundigen werde, ob ich Geld habe? O, ich bin überzeugt, er wird nicht darnach fragen

Hieronymus bemerkt nicht, mit welcher innigen Ueberzeugung ſeine Tochter von dieſem Er ſpricht, den ſie, ſeiner Meinung nach, noch nicht kenntz aber