eigenen Lebens das eines Nebenmenſchen gerettet hat, ſollte man mit ſich zufrieden ſein und ſich keine Trau⸗ rigkeit in unſern Zügen malen.
Dieſen Betrachtungen gibt ſich das junge Mädchen hin, indem ſie ungeduldig auf das Erwachen ihr 3 Vaters wartet. Endlich erſcheint Hieronymus, er denkt nicht mehr an die Anſtrengungen der Nacht, aber es ſtrahlt nicht die gewöhnliche Heiterkeit aus ſeinen Blicken, und ohne ein Wort zu ſagen, ſetzt er ſich neben ſeine Tochter und ſieht ſie ſeufzend an.
„Mein Gott, was iſt Euch denn, Vater?“ ruft Roſa beunruhigt aus;„ich habe Euch nie mit ſo betrübter Miene geſehen.. iſt Euch denn ein unglück begegnet?“
„Ja, mir.. und hauptſächlich Dir, Kleine!“
„Mir? das verſtehe ich nicht.“
„Ich will Dir Alles erzählen, mein Kind, denn Du mußt es doch früher oder ſpäter erfahren, da⸗ mit. denn.. ſchau'.. Ich verwirre mich!... ich will Dir die Sache alſo ohne Umſchweife mit⸗ theilen: durch Thätigkeit und Sparſamkeit war es mir gelungen, ein hübſches Sümmchen von zehn⸗ tauſend Franken zuſammenzubringen.. ja, meine Tochter, zehntauſend Franken freies Geld. ah, der Tauſend! ſie waren die Frucht fünfzehniähriger Ar⸗ beit.. und dieſes Geld hatte ich für Dich zuſammen⸗ geſpart....
„Für mich, mein Vater?“
„Ja, mein Kind, das war Dein Heirathsgut.. es war zwar kein Vermögen, aber es wäre doch bei


