Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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welchen ſie lieben, ſie zurückhalten, indem er ſie auf die ihnen drohende Gefahr aufmerkſam macht. Aber weit entfernt ihm für ſeine Beſorgniß um ſie dank⸗ bar zu ſein, werfen ihm dieſe Damen Mangel an Liebe vor, weil er der Vernunft Gehör gibt.

All' dieſer ſchönen Eigenſchaften rühmen ſich die Damen nicht, ſie machen im Gegentheil ein Geheim⸗ niß daraus, denn gerade einer im Verborgenen ge⸗ pflogenen Neigung wegen zeigt ſich dieſes irrthümlich als das ſchwache bezeichnete Geſchlecht oſt ſo ſtark und ſo verwegen.

So hätte auch Roſa⸗Maria, die dem Anſcheine nach ſo beſcheidene und in ihrem Weſen ſo ſchüchterne, ſanfte Jungfrau, wahrſcheinlich den Räubern Trotz geboten und würde ſich ohne Furcht auf die dunkel⸗ ſten Pfade des Waldes gewagt haben, wenn ſie hätte hoffen können, dort den jungen Maler zu treffen, welcher ihr Bildniß gemacht hatte. Allein ſie weiß, daß er nicht dort iſt; Leopold hat ihr mehrmals wiederholt, es werde, wenn er in dieſe Gegend zu⸗ rückkomme, ſein Erſtes ſein, ſich in das Dorf Avon zu begeben und ſich ihrem Vater vorzuſtellen.

Außerdem hatte übrigens Roſa⸗Maria ihrem Va⸗ ter auch verſprochen, nicht mehr allein in den Forſt zu gehen, und wir müſſen vorausſetzen, daß ſie ihr Verſprechen gehalten hätte, ſelbſt wenn der junge

Leopold wieder am Fuße der Felſen gemalt haben würde.

Doch die Zeit verſtreicht, ohne den von Roſa⸗ Maria in der Tiefe ihres Herzens gewünſchten Be⸗