Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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mehr durch den Wald, ſondern kehrt jedes Mal ſchnell wieder zu ihrem Vater zurück.

Die Jungfrau hat indeſſen die Singung mit den beiden Räubern faſt ganz vergeſſen und fühlt durchaus keine Angſt mehr, wenn ſie am Walde vor⸗ bei geht. Schleicht die Liebe ſich in unſer Herz, ſo hat ſie bald die Furcht verdrängt. Die Liebe iſt von allen Gefühlen das kühnſte; bieten wir ihretwegen nicht jeden Tag mit heiterer Miene den größten Ge⸗ fahren Trotz, ſetzen wir ihretwegen nicht unſern Ruf, unſer Vermögen, unſere Geſundheit und unſer Leben auf's Spiel? Wie viel Thorheiten, verwegene Unter⸗ nehmungen und kühne Handlungen hättet ihr nicht begangen, wenn euer Herz frei geweſen wäre; aber für ein Paar ſchöne Augen, einen ſüßen Kuß und die Ausſicht auf ein zärtliches Stelldichein, habt ihr ſie ohne Bedenken gewagt.

Beſonders den Frauen verleiht ie Liebe einen Muth, eine Kühnheit und Verwegenheit, die unſerer alten Ritter würdig wären! Wie viele Bände könnte man damit anfüllen, wenn man alle Umſtände an⸗ zugeben vermöchte, wo die Damen eine Tapferkeit, eine Kaltblütigkeit und eine Geiſtesgegenwart an den Tag gelegt haben, die bei den Männern nie in ſo hohem Grade zu finden iſt! Drei Viertheile ihrer Zeit ſetzen ſie, ohne daran zu denken, ihren Ruf, ihre Ruhe, ihre Zukunft, oft ſogar ihr Daſein für einen Augenblick des Glücks, um die Gegenwart ihres Geliebten zu genießen, auf's Spiel. Da ſie faſt immer unbeſonnen und unklug ſind, muß der Mann⸗