Erſtes Kapitel. Veränderte Lage.
Ein Monat verſtrich ſeit dem Beſuche des Vetters Brouillard bei Roſa⸗Marig's Vater. In dem Hauſe des Landmannes war die Ankunft eines Pariſers ein Ereigniß, welches die gewöhnliche Einförmigkeit des Lebens unterbrach. Der Ackersmann verrichtet wie vorher ſeine Arbeit, die alte Manon ihre Geſchäfte in der Haushaltuug. Roſa⸗Maria näht und pflegt die Blumen des Gartens; ein Tag vergeht wie der andere, der kommende wie der verfloſſene. Dieſe für Manche einförmige Exiſtenz ſcheint Andern angenehm. Alles im Leben iſt Gewohnheit, es handelt ſich nur darum, ſich durch das, was man treibt, glücklich zu machen; wenn dieſes nur der Fall iſt, und man immer daſſelbe thut, ſo iſt man, wie leicht zu be⸗ greifen, ſehr glücklich.
Roſa⸗Maria geht bisweilen nach Fontainebleau, um Stickereien zu holen oder hinzutragen; ſie bleibt aber immer ſo kurz als möglich in der Stadt, ſie hält ſich auch nicht mehr unterwegs auf, geht nicht
Paul de Kock. LXXV. 1


