Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

126

Bruder Euſtachius iſt Dichter oder Schriftſteller ge⸗ worden, wenn es Ihnen lieber iſt.

Dichter. ach, ja.. Schriftſteller, das habe ich ſchon gehört.. Was iſt denn das für ein Gewerbe?

Das iſt kein Gewerbe, das iſt. ich weiß nicht, wie ich es Ihnen erklären ſoll...

Iſt das nicht ein Mann, welcher Theaterſtücke ſchreibt? fragte Roſa⸗Maria mit geſenkten Blicken.

Getroffen, Bäschen, das iſt es. Der Teufel! Ihnen iſt ja Nichts unbekannt, wie ich merke! Vetter Gogo, Sie haben Ihrer Tochter alſo eine ſorgfältige Erzie⸗ hung geben laſſen, da ſie weiß was Theaterſtücke ſind?

Potz Kuckuk! haben Sie noch nicht gemerkt, daß meine Roſa gut ſpricht, Manieren und Fagon, kurz, nicht das Weſen einer Bäuerin hat?

Ich hätte es nicht beachtet; Sie wollen alſo auch eine Dame aus Ihrer Tochter machen? Sie haben große Plane mit ihr vor? Ach, ach, Hieronymus, ich ſehe die Eitelkeit kitzelt Sie auch wie die Andern.

Eitelkeit? Ehrgeiz? O, meiner Treu', nein! aber ich habe gedacht, es könne meinem Kinde Nichts ſchaden, wenn es beſſer unterrichtet ſei als ſein Va⸗ ter, es könne vielleicht einmal dazu beitragen, daß das Mädchen eine vortheilhaftere Parthie mache.

Hm! mein lieber Freund, ſo bereitet man ſich Kummer und Demüthigungen! Wenn unſere Kinder mehr wiſſen als wir und in der Welt eine etwas angeſehenere Stellung einnehmen, ſo haben ſie uns bald vergeſſen, ärgern ſich, wenn ſie uns ſehen, und ſchämen ſich, wenn man von uns ſpricht.