123
den ruht, um das Weitere braucht ſich, glaube ich, Niemand zu bekümmern.“
Herr Brouillard zieht die Lippen bis zur Raſen⸗ ſpitze hinauf, indem er murmelt:„Ganz gewiß, ich ſagte das nur in Ihrem Intereſſe, weil ich Leute kenne, welche Geld zu ſehr hohen Zinſen aufnehmen.“
„Meiner Treu'!“ ruft Hieronymus aus, nachdem er mit ſeinem Vetter angeſtoßen hat,„es freut mich recht, zu vernehmen, daß meine Brüder in Paris ihr Glück gemacht haben. Nicolaus iſt alſo ſehr reich?“
Herr Brouillard ſchneidet verſchiedene Grimaſſen und ſucht ſich ein gutmüthiges Ausſehen zu geben, während er entgegnet:„O, ich weiß es ſo genau nicht. denn ich gehöre nicht zu den Leuten, die ſich um die Angelegenheiten Anderer bekümmern.. ich bin durchaus nicht neugierig... Was liegt mir daran, ob die Einen viel haben, die Andern, um zu glänzen, Schulden machen, und die Dritten, wenn Alles verthan iſt, die Zunge herausſtrecken? Mir iſt es gleichgültig; ich verlange von Niemanden Etwas, ich habe was ich brauche, lebe ſorgenlos, kann einem Freunde, der mich beſucht, ein Mittageſſen und eine Flaſche echten Beaune aufwarten, und nun, was will man weiter?“
Es wäre Hieronymus lieb geweſen, wenn Herr Brouillard nicht immer auf ſich ſelbſt zu ſprechen ge⸗ kommen wäre, wenn man von Andern redete, und er rief aus:„Ei, mein Gott! ich bin auch nicht neu⸗ gierig, aber wenn es ſich um ſeine Familie, ſeine Brüder handelt, ſo ſcheint es mir ſehr natürlich, daß


