Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

122

geordnet, wenigſtens ſagt man ſo; man darf ſich übri⸗ gens nicht auf den Schein verlaſſen, denn Sie kennen das Sprüchwort: Stille Waſſer ſind tief! Julian iſt aber nicht ſchön, ſogar häßlich, er hat eine platte Raſe, einen eingekniffenen Mund, kurz, er iſt der ähnliche Rikolaus, und Dieſer iſt häßlich, ſein Reichthum hat ihn nicht verſchönert... Schenken Sie doch ein, Vetter Hieronymus.

Der Landmann füllt Brouillards Glas; Dieſer trinkt ordentlich von dem Wein, den er ſeines Lobes nicht für würdig erachtet hat, und ißt die ſchönſten Früchte, die auf dem Tiſche ſtehen, ruft aber dabei immer aus:Ich habe Pflaumen und Kirſchen!.. ach, das iſt etwas Anderes! Aber wie ſteht es mit den Feldern, mit dem Landbau, Hieronymus? Er⸗ werben Sie ſich Etwas?

O, ich habe nicht viele Abwechslung in meinen Geſchäften, Vetter, ich treibe keinen Handel; übrigens beklage ich mich nicht; durch tägliche fleißige Arbeit iſt es mir gelungen, ein kleines Vermögen zu erwer⸗ ven, welches das Heirathsgut meiner Roſa gibt.

Ah, Sie haben eine Summe erworben iſt ſie beträchtlich?. kann man ſie ſchon eine Mitgift nennen?

Nicht ſo groß, als ich gewünſcht hätte; doch kann man ſich damit einrichten.

Und Sie haben das Geld auf Intereſſen ge⸗ liehen.. zu zehn, zwölf, fünfzehn Procent?...

Hieronymus lächelt und verſetzt:Wenn ich nur zufrieden bin, Vetter, und das Geld in guten Hän⸗