80
einer Stube in der Stadt und einer auf dem Dorfe zu beobachten— ſelbſt wenn die Bewohner gleich vermögend find— es dahin zu bringen gewußt hatte, die Wohnung ihres Vaters ſo hübſch einzurichten, als die einer Familie in Fontainebleau. Es hatte das junge Mädchen viele Mühe gekoſtet, weil die Landleute im Allgemeinen in einer Unordnung und Unreinlichkeit leben, die der Natur keine Ehre ma⸗ chen und ganz zu Gunſten der civiliſirten Menſchen ſprechen.
In einem Bauernhauſe weiß man ſelten, was Wachs, Reibebürſten, Staubbeſen und Kehrwiſche ſind; und wenn je ein Staubbeſen vorhanden iſt, ſo muß er mehrere Jahre dauern, oft ſogar mehreren Geſchlechtern dienen; Plattenböden ſind Gegenſtände des Luxus, die man nicht in allen Gemächern des Hauſes trifft, auch Tapeten trifft man ſelten, jeden⸗ falls iſt kein Verſchlag damit überklebt.
Aber Roſa⸗Maria's Beſtreben war es zu verdan⸗ ken, daß die Haushaltung ihres Vaters ſo reinlich und geordnet beſorgt war; dieſe galt in den Augen der Landleute ſogar für prachtvoll. Trat man in eine Stube, ſo wußte man doch, wo man den Fuß hinſetzen konnte, und brauchte keine Sorge zu tragen, man beſchmutze ſich, wenn man ſich auf einen Stuhl niederlaſſe. Der alten Magd, aus welcher die ganze Dienerſchaft beſtand, war es ſchwer angekommen, ſich an das Reinigen und Abreiben der Möbeln zu gewöhnen; ſie hatte ſogar anfangs über die Capri⸗ cen des jungen Mädchens gemurrt, welches verlangte,


