Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Dann küßte Roſa⸗Maria ihren Vater zärilich und erwiederte:„Ihr ſeid allzu gütig gegen mich, mein Vater, und betrachtet mich mit viel zu großer Nach⸗ ſicht. Ihr haltet mich für gelehrt, für talentvoll... aber wenn ich in der Stadt wäre, würde das gegen⸗ über von den Kenntniſſen der ſchönen Fräulein dort, welche faſt alle in Anſtalten erzogen werden, wo man ſie unterrichtet wie Prinzeſſinnen, von ſehr geringer Bedeutung ſein. Laßt mich bei Euch in dieſem Dorfe wohnen; hier bin ich glücklich, erſtens weil ich in Eurer Nähe bin und dann weil ich nie den Wunſch empfunden habe, die Freuden der Stadt kennen zu lernen. Ich bin jetzt eben ſo wenig ehrgeizig als Ihr es geweſen ſeid, aber in Paris würde ich es vielleicht werden; ich würde die Damen um ihre ſchönen Kleider und ihren Putz beneiden und dann nicht mehr ſo zufrieden und vergnügt ſein wie hier, wo ich Allen gefalle.“

Hieronymus Gogo wußte Nichts hiegegen einzu⸗ wenden und wäre überdieß ſehr unglücklich geweſen, wenn er ſich von ſeiner Tochter hätte trennen müſſen; allein er würde ſich ohne Murren darein gefunden haben, wenn er gedacht hätte, ſie ſei entfernt von ihm glücklicher.

Das kleine Haus, welches Roſa⸗Maria's Vater gehört, iſt das eines wohlhabenden Landmanns und dazu, was ſeltener iſt, eines ſolchen, bei dem es ſo reinlich und geordnet ausſieht wie bei einem Bürgers⸗ mann. Dieß war Roſa⸗Maria's Werk, welche, da ſie Gelegenheit gehabt hatte, den Unterſchied zwiſchen