„Fräulein!“ ſagte Leopold, indem er ſich der Jungfrau nähert, ſie bei der Hand nimmt und dieſe herzlich drückt:„Sie haben mir geſagt, Sie wohnen in dem Dorfe Avon; wären Sie vielleicht ſo gütig, mir die Adreſſe Ihres Herrn Vaters zu geben? Wenn ich zurückkehre, würde ich mir die Freiheit nehmen, Sie zu beſuchen... Sie erlauben mir es doch, nicht wahr? Und da Sie Ihr Vater ſo lieb hat, bin ich gewiß, daß er mich gut aufnehmen wird. Sie ſagen ihm zum Voraus, daß ich mich immer achtungsvoll und ganz wie es ſein ſoll gegen Sie betragen habe.“
„Ach, wenn Sie nach Paris zurückkommen, den⸗ ken Sie nicht mehr an das junge Mädchen vom Fon⸗ tainebleauer Wald!... Man ſagt, die jungen Leute hätten gar vielerlei Unterhaltung in Paris.“
„Haben Sie die traurige Geſchichte ſchon vergeſ⸗ ſen, die ich Ihnen erzählte? Ich verſichere Sie, ſeit ich das Unglück hatte, meine Mutter zu verlieren, bin ich nicht mehr ſo leichtfinnig, ſo gleichgültig und flatterhaft wie früher! Vorher glich ich all' den jun⸗ gen Leuten, die nur an ihr Vergnügen denken. Jetzt bin ich beſonnen und vernünftig. oft zankt mich ſogar mein Vater, weil er meint, ich ſei es zu ſehr. Ich werde Sie nicht vergeſſen, reizende Roſa, ſelbſt wenn ich nicht das Glück pätte, Ihr Portrait zu be⸗ ſitzen. O, aber weil Sie jetzt gerade da ſind, wür⸗ den Sie mir den Gefallen thun, noch ein letztes Mal zu ſitzen?. nur noch ein halbes Stündchen. wegen eines Theiles, mit dem ich nicht ganz zufrieden bin!“
Roſa⸗Maria verzieht ihr holdes Geſichtchen ein


