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und mit den Waldwegen genau bekannt bin, ſchweifte ich bisweilen etwas umher. ſo ſah ich Sie malen; es würde aber, glaube ich, beſſer geweſen ſein, wenn ich geraden Weges gegangen wäre.“
Die Stimme des jungen Mädchens hat ſich ver⸗ ändert; ſie ſchlägt die Augen nieder, zerkrimpelt ihre Schürze, beißt ſich in die Lippen und thut ihr Mög⸗ lichſtes, damit der junge Maler nicht bemerken ſolle, daß es ihr weinerlich zu Muthe ſei.
Viele jungen Leute hätten die Bewegung des hübſchen Kindes benützt, um ihr einige Gunſtbezeu⸗ gungen zu rauben; denn wenn ein junges Mädchen lebhaft gerührt iſt, hat ſie wenig Kraft, ſich zu ver⸗ theidigen. Zum Glück für Roſa⸗Maria empfand der junge Maler aber eben ſo viel Achtung als Liebe für ſie; er begriff dieſe unſchuldige und naive Seele, welche ſeinen Verſprechen Glauben ſchenkte; er hätte ſich geſchämt, einen Gedanken zu haben, den er nicht laut hätte ausſprechen können. Auch war Leopold nicht mehr wie die meiſten jungen Leute, welche nur an das Vergnügen denken und überall darnach jagen, wo ſich eine Gelegenheit darbietet. Die Liebe zu ſei⸗ ner Kunſt hatte ſeinen Gedanken und ſeinen Neigun⸗ gen einen höhern Schwung gegeben. Jene vorüber⸗ gänglichen Liebſchaften, die ihm im zwanzigſten Jahre ſo entzückend geſchienen, waren jetzt ohne Reize mehr für ihn. In der Liebe gleich wie in der Malerei ſuchte er das Schöne, Wahre, Natürliche, und beim Zuſammentreffen mit Roſa⸗Maria hatte ihm eine innere Stimme geſagt, daß ſie alles Dieſes vereine.


