Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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O, ſehen Sie, das iſt ſchrecklich und dieſes ſind Schmer⸗ zen, die man nie vergißt! Ich weiß wohl, daß die Zeit alle Leiden mildert, denn wenn dieſes nicht der Fall wäre, würden wir jedes Mal mit Denen, welche wir lieben, unterliegen. Aber ich ſage es noch ein Mal, ſelbſt die Zeit iſt nicht im Stande, das Bittere unſeres Kummers zu vertilgen, wenn wir uns an den Verluſt eines theuern Gegenſtandes erinnern, der unter grauſamen Umſtänden ſtattgefunden hat.

„Welche Nacht, mein Gott! welche Nacht für mei⸗ nen Vater und meine arme zärtliche Schweſter, die ein noch ſo junges Kind war, deren Herz aber ſchon die ganze Größe des erlittenen Verluſtes begriff! Und doch war dieſes junge, troſtloſe Geſchöpf ſtark genug, ſeinen Schmerz zu bemeiſtern, um den ſeines Vaters zu tröſten. Wenn ſie ihn ſchluchzen hörte, eilte ſie in ſeine Arme und ſagte:„Unſere Mutter ſieht immer auf uns herab; ſie verlangt: Du ſollſt Muth haben und für Deine Kinder leben.“

„Ich brauche Ihnen nicht zu ſagen, wie groß meine Verzweiflung war, als ich von einem Freunde benachrichtet, ich ſolle nach St. Mandé kommen, dort die unheilvolle Nachricht erfuhr. Gleich meinem Vater wollte ich nicht daran glauben. Ich küßte mit ihm die theure Verblichene. Ihr liebenswürdiges, ſchönes Geſicht war noch unverändert; nur bläſſer war ſie. Mein Vater, der ſich erinnerte, daß ſchon oft eine tiefe Ohnmacht für Tod gehalten wurde, verſuchte ein Mal um das andere, Diejenige zu be⸗ leben, die er anbetete und von der er ſich zu trennen