Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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46 einer ſo ſchlanken und heitern Feau, deren Lebhaftig⸗ keit beinahe in Ruheloſigkeit überging, keine ernſtli⸗ chen Beſorgniſſe erregte; außerdem hatte meine Mutter ein Unwohlſein oder ein Leiden ebenſo ſchnell wie⸗ der vergeſſen, als ſie ſich davon in Schrecken ſetzen ließ. Die Aerzte gaben bei allen ihren Empfindun⸗ gen den Nerven die Schuld. Ihre Beklemmungen waren nervösz fühlte ſie Anwandlungen von Schwäche, daß ſie beinahe zu Boden ſank, waren ſie nervös; bekam ſie manchmal ſtechende Kopfſchmerzen, waren ſie nervös. Und zum Unglück gehören die Nerven⸗ leiden unter die Zahl derer, die man am wenigſten verſteht und deren Heilung man beinahe immer von der Zeit erwartet. Auch ſagte man zu meiner Mut⸗ ter: es iſt nicht gefährlich; es wird vorübergehen.

„Mein Vater hatte ein kleines Landhaus in St. Mandé gemiethet. Ich ging vft hin, blieb aber nicht jede Nacht dort. Was meinen Vater be⸗ trifft, ſo ſchlief Dieſer ſelten ohne ſeine Frau in Pa⸗ ris, nur bisweilen, wann ihn ein neues Stück oder Geſchäfte lange in der Stadt zurückhielten, war meine Mutter die Erſte, welche ihm rieth, über Nacht zu bleiben, weil ſie vefürchtete, es möchte ihm Etwas zuſtoßen, wenn er ſo ſpät nach St. Mandeé zurück⸗ kehre, und mein Vater ließ dann beruhigt ſeine Frau und ſeine Tochter mit ihrem Dienſtmädchen zu Hauſe, weil ſeine Wohnung von Häuſern und vielen Nach⸗ barn umgeben iſt.

„Vor etwa zwei Jahren nun, im Monat Sep⸗

tember, gegen das Ende der ſchönen Jahreszeit, be⸗

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