Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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Lebhaftigkeit, Heiterkeit und Liebenswürvigkeit immer jung; ſie war ihrem Gatten eine Geliebte, ihren Kindern eine Schweſter. Obgleich ſie empfindſam und feinfühlend war, wußte ſie doch durch ein geiſtreiches Wort oder einen pikanten Einfall alle Geſellſchaften zu beleben und aufzuheitern. Meine zarte niedliche Schweſter wuchs unter den Augen der Mutter auf, die auch zu Denen gehörte, welche nicht begreifen, wie man Fremde mit der Bildung des Herzens, Cha⸗ rakters und Geiſtes ſeiner Töchter beauſtragen kann, als ob eine Mutter nicht von Natur die geeignetſte Erzieherin wäre. Ein junges Mädchen mag aller⸗ dings hinſichtlich der Wiſſenſchaft Etwas verlieren,

1 ſie gewinnt dagegen aber gewiß an Tugenden. Und wenn man ſich erſt die Mühe geben möchte, nachzu⸗ forſchen, was die zu Damen herangewachſenen Fräu⸗ lein ſpäter noch von der um theures Geld in ihren Penſionen erlernten Wiſſenſchaft im Kopfe behalten haben? Einige derſelben fünf bis ſechs italieniſche oder engliſche Worte, die ſie ſchlecht ausſprechen und womit ich ihnen nicht rathe, ſich im Auslande hören zu laſſen; Andere einige Begriffe von Geographie, alter und neuer Geſchichte, die ſie durcheinanderbrin⸗ gen und falſch citiren; das Talent, ein Profil, einen Kopf, eine Skizze zu zeichnen, welches ſie aber im Leben gänzlich vernachläßigen. Ich frage Sie noch einmal, lohnte es ſich deßhalb der Mühe, ſich der

Liebkoſungen und Küſſe ſeiner Tochter zu berauben? Ach, entſchuldigen Sie, Fräulein Roſa, ich laſſe meinem Geplauder den Lauf; ich bin ein Schwätzer, nicht wahr?“