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Herr Marmodin, der Gemahl der kleinen Dame, war ein Mann, welcher ſeine fünfundvierzig Jahre auf dem Rücken hatte. Er war groß, gelb und ſehr mager, ſein Geſicht eckig und ſeine Naſe dreifach ge⸗ bogen, weßhalb natürlich die Spitze unterhalb ein⸗ wärts ging und wodurch die Perſon eine außer⸗ ordentliche Aehnlichkeit mit einem Raubvogel oder wenigſtens mit einem Kernbeißer(die man in der Gegend von Paris häufig ſieht) hatte. Runde, grün⸗ liche, von dicken Augbrauen beſchattete Augen, dünne Lippen, ein eingekniffener Mund und ſehr hervor⸗ ragende Backenknochen machten zuſammengenommen aus Herr Marmodin einen völlig häßlichen Menſchen. Man konnte ihm allerdings etwas Ausgezeichnetes nicht abſprechen, denn ſeine Häßlichkeit war ſo arg, daß ſie nicht gewöhnlich war.
Herr Mondigo, der Gatte der hübſchen Blondine,
war einer von den Menſchen, über welche man Richts
ſagt. Er war neununddreißig Jahre alt und bekam bereits einen Bauch, was ihn höchlich ärgerte. Er war in ſeinem zwanzigſten Jahre ziemlich hübſch ge⸗ weſen und noch nicht übel, ſoweit man ſein in einem Backen⸗, Schnurr⸗ und Knebelbart ſteckendes Geſicht beurtheilen konnte, ſein Haupt war überdieß mit fürchterlichen Kopfhaaren bedeckt, die einer Locken⸗ perrücke glichen. Wer kann da von einer Phoſiognomie ſprechen?. man ſah überall nur drohende Haare und flatternde Locke. Zum Glück war dieſer behaarte, bärtige Mann blond, wodurch das Düſtere ſeines Ausſehens gemildert wurde. Paul de Kock. LFRW. 2


