Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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geſeufzt über die Qual, welche ihr das Athemholen verurſachen müſſe, was Einem leicht begegnet, wenn man mit einer jener Damen oder Fräulein tanzen und galopiren muß, deren Taille manchmal dünner iſt als die einer Puppe. Statt ihre Körperſchönheit zu bewundern, hat man Mitleid mit der Pein, welche ſie in ihren Schnürleibern ausſtehen müſſen; und ein altes Lied ſagt:

Das Mitleid iſt noch keine Liebe.

Dieſe Dame ſchien alſo nicht in ihr Corſet ein⸗ gezwängt, man ſah es ihrer Haltung an. Sie war beweglich, lebhaft, ungezwungen heiter und entſprach dem ſchelmiſchen, lächelnden Ausdruck ihrer Geſichts⸗ züge einer etwas gewölbten Stirne, braunen, nicht ſehr großen Augen, einem kleinen Näschen, einem friſchen, ſtets lieblichen Munde und dunkelbraunen Haaren vollkommen; kurz, in ihrer Miene drückte ſich eine Freundlichkeit und Lebhaftigkeit aus, die ihrem ganzen Weſen Reiz verliehen.

Dieß war das Aeußere der Madame Marmodin, welche keinen Augenblick ruhig auf ihrem Eſel blei⸗ ben konnte und ihn an Einem fort ſchlug, ſpornte und neckte, welches das arme Thier oft ſehr mißlaunig machte; dann erlaubte es ſich hinten auszuſchlagen, machte Sprünge, that als ob es ſich auf den Boden legen wollte, und das kleine Frauchen ſtieß oft mitten unter ihrem Gelächter einen gellenden Schrei aus, wodurch der Eſel vollends betäubt und die Geſell⸗ ſchaft in Schrecken geſetzt wurde.