Die alte Nachbarin bringt einen Arzt mit, der behauptet, nicht für das Leben der Patientin ſtehen zu können und ſich nach Verſchreibung ſeines Recepts entfernt.
Conſtanze bringt eine ſchreckliche Nacht zu; Ed⸗ mund hat kein Auge geſchloſſen; die alte Nachbarin aber konnte dem Schlaf nicht widerſtehen; ſie ſchläft tief und Edmund fühlt wohl, daß die arme Alte ihm in der Verpflegung Conſtanzens nicht von großem Nutzen ſein könne. Aber plötzlich iſt ihm eine Erin⸗ nerung durch den Kopf gefahren; gleich nach dem Anbruch des Tages und Erwachen der Nachbarin geht Edmund aus und eilt ſchnurgerade in das Haus des Herrn Pauſe. Hier erzählt er Alles, was ihm begegnet, Alles, was er von dem ſchönen Betragen ſeiner Couſine weiß; und er hatte ſeine Erzählung noch nicht geendigt, als Pelagie, welche während des Zuhörens eiligſt Hut und Shawl nahm, ihm zurief: „Führen Sie mich an ihr Bett.. Ach! ich kannte ſie beſſer als Sie und ich habe ſie nie für ſtrafbar ge⸗ halten.“
Neun Tage nach dieſem rettete eine Kriſis Con⸗ ſtanzen, welche, immer delirirend, mit dem Tode ge⸗ rungen hatte, das Leben; völlige Ermattung war darauf gefolgt, ſodann ein ſanfter, wohlthuender, ſtärkender Schlaf; und als Conſtanze die Augen öffnete, lächelte ſie wie Jemand, der ſeine Leiden ſchon völlig vergeſſen hat. Aber man ftelle ſich ihre Ueberraſchung vor, als ſie Pelagie, den guten Herrn Pauſe, ihren Vet⸗ ter und ſogar Herrn Ginguet neben ihrem Bett erblickte.


