Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Träume ich? fragte Conſtanze, die Augen wie⸗ der ſchließend, aus Furcht, ihre Illuſion ſchwinden zu ſehen.

Nein, antwortet Edmund, ihre Hand ſanft

drückend;nur die Vergangenheit iſt ein Traum... aber Du ſollſt ihn vergeſſen, meine Couſine! Du biſt ſchon ſo großmüthig gegen mich geweſen, daß Du es noch ferner ſein wirſt.. ich kenne jetzt Deine Hin⸗ gebung.. Der Himmel hat mich endlich frei gemacht, damit ich meine Fehler wieder ganz vergüten kann. Noch ein Mal, Conſtanze, die Vergangenheit iſt nur ein Traum und Dein Verlobter ſteht wieder vor Dir, wie an jenem Tag, wo unſere Mütter unſere Hände und unſer Schickſal mit einander verbanden.

Conſtanze konnte nicht mehr antworten; ſie ver⸗ goß Freudenthränen; und dieſe mächtige Gemüthsbe⸗ wegung beförderte ihre ſchnelle Wiedergeneſung.

Hernach heirathete Edmund ſeine Evuſine; dann ſah Herr Ginguet Pelagien ſeufzend an und ſagte zu ihr:Ich kann Nichts dafür, daß ein Anderer Ihre Freundin Ihnen wieder auffand; ich machte jeden Tag zwei bis drei Stunden in Paris, um ſie zu ſuchen.

Pelagie antwortete einfach durch Darreichung ihrer Hand; und wahrlich, der arme Junge hatte ſie red⸗ lich verdient.

Auch kann ich nicht behaupten, daß Pelagie ſtets den Willen ihres Mannes that; dagegen verſichere ich euch, daß Herr Ginguet niemals einen andern Willen hatte, als den ſeiner Frau.

Paul de Kock. LXXII. 8