Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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ihm Herr Bringueſingne verichtete, daß ſeine Tochter Clodora am Gähnkrampfe geſtorben ſei, aber ſterbend verordnet habe, daß ihre Eltern ihren Gemahl zum Erben einſetzen. Herr und Frau Bringueſingue ha⸗ ven ihrer Tochter geſchworen, ihren letzten Willen zu erfüllen, unter der Bedingung, daß bei ihren Lebzei⸗ ten der Tochtermann Nichts von ihnen verlange.

Edmund antwortete Herrn Bringueſingue, daß ihn das letzte Andenken ſeiner Frau rühre und bat den⸗ ſelben, über ſein Vermögen nach freiem Willen zu verfügen. Edmund fing in der That an, ein echter Künſtler zu werden und ſetzte das Glück nicht mehr in Reichthümer. Er hatte Geſchmack an der Arbeit gewonnen: was er producirte, war weniger ſchlecht und wurde ihm beſſer bezahlt. Nach einiger Zeit errang er die Meiſterſchaft und man beſtellte große Gemälde bei ihm.

Jetzt verließ er ſein Manſardenzimmer und konnte ein kleines Logis mit einem Atelier miethen.

Erſt ſeit drei Monaten bewohnte Edmund ſein neues Lokal, worin er ſehr zurückgezogen lebte, als eines Abends eine alte Frau bei ihm anklopfte. Es war eine Nachbarin; ſie wohnte einen Stock höher als Edmund; aber Dieſer kannte keinen ſeiner Haus⸗ genoſſen.

Die gute Alte zerfloß in Thränen; ſie ſagte zu Edmund:Um Gotteswillen, mein Herr, helfen Sie mir einem jungen Frauenzimmer beiſpringen, das ſehr krank iſt.. ſie wohnt droben in demſelben Stock mit mir.. Sie lebt allein, geht niemals gus, ar⸗