Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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ſeiten; aber er fand Abſatz dafür und leble davonz denn aller Vergnügungen und der großen Welt ſatt, ohne Freunde, ohne Geliebte, ging Edmund faſt nie⸗ mals aus dem Hauſe und arbeitete die ganze Zeit. Er erſtaunte über den Geſchmack, den er dieſer neuen Lebensweiſe abgewann; er war ganz betroffen dar⸗ über, daß er in emſiger Geſchäftigkeit ſein Glück fand, und ſagte bei ſich:Hätte ich früher die Anerbietun⸗ gen des Herrn Pauſe nicht ausgeſchlagen, ſo wäre ich ſicherlich an Conſtanzens Seite noch glücklich ge⸗ worden; bei Arbeit, Ordnung und Sparſamkeit hät⸗ ten wir nimmermehr gedarbt. Ach, die Eigenliebe hat mich zu Grunde gerichtet! Ich verſchmähte das Glück, das mir zunächſt lag, und verſchwendete mein Leben in unbeſonnenen Streichen, weil ich immer glaubte, Alles beſſer zu verſtehen als andere Men⸗ ſchenkinder!... Ich habe das Vermögen, das mir meine Mutter hinterließ, verſchlungen, habe meine Couſine ruinirt und die Mitgift meiner Frau ver⸗ ſchleudert, weil ich Poet, Muſiker und Spekulant zu ſein wähnte!... Und Das alles ohne weiteren Be⸗ ruf, als jene Einbildung, vermöge deren ich ſchon zu meinen Penſionskameraden ſagte: O, wenn ich wollte, könnte ich es wohl beſſer als ihr!

Dieſe Betrachtungen kamen freilich etwas ſpät; aber es iſt immerhin ein Verdienſt, ſeine Fehler an⸗ zuerkennen. Gibt es doch Leute genug, welche auch die Erfahrung nicht beſſert!

Seit einem Jahre ungefähr verfertigte Edmund kleine Gemälde, als er einen Brief erhielt, worin