107
Sie nicht, daß Sie den Tanz lieben⸗ aber ich kann mein Leben nicht als Orcheſter für Sie zubringen.— Was Sie betrifft, Madame, ſo führe ich Sie darum nicht öfter ſpazieren, weil Sie fortwährend gähnen⸗ wenn ich mit Ihnen rede; ich zog daraus den Schluß⸗ daß Ihnen meine Unterhaltung und Geſellſchaft nicht gefällt.“
Edmunds Antwort hatte die Gemüther nicht be⸗ ruhigt; noch viel ſchlimmer ging es⸗ als man von allen Seiten Leute herbeiſtrömen ſah, denen der junge Mann Geld ſchuldig war; als man entdeckte, daß er beinahe die ganze Mitgift ſeiner Frau ver⸗ ſpekulirt hatte.
Clodora weinte, ihre Mutter fiel ihn Ohnmacht und Herr Bringueſingue wollte ſeinen Eidam in's Gefängniß werfen laſſen, bis er die ſo leichtſinnig vergeudete Summe wieder beigeſchafft hätte; da aber der Schwiegervater dieſes Recht nicht beſaß, ſo be⸗ gnügte er ſich mit dem Befehl, daß Edmund ſein Haus verlaſſe, ſo lang er arm ſei nie wieder dahin zurückkehre und Clodora nicht mehr als ſeine Frau betrachte.
Edmund hatte das Recht⸗ ſeine Frau mit ſich zu nehmen, aber er war nicht verſucht, davon Gebrauch zu machen; er ließ Clodora bei ihren Eltern und ſchied von der Familie Bringueſingue mit dem ein⸗ zigen Bedauern⸗ kein Junggeſelle mehr zu ſein.
Edmund quartirte ſich in ein kleines Manſarden⸗ zimmer ein; dort verfertigte er Gemälde⸗ die nicht mehr Werth hatten als überpinſelte Kamin⸗Vorder⸗


