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ſingue's Mangel an guter Lebensart luſtig gemacht; ja, ohne die Spöttereien ſeines Schwiegerſohnes wären mehrere Abgeſchmacktheiten, die der Alte beging, gar nicht bemerkt worden. Ein lebhafter Wortwechſel Beider war die Folge davon.
„Ich habe Ihnen meine Tochter gegeben, daß Sie mich geiſtreich finden,“ ſagte Herr Bringueſingue. „Sie ſind daran ſchuldig, daß ich Comtvis entließ, der ſich doch wenigſtens die Raſe kratzte, wenn ich eine Unaufmerkſamkeit beging; aber Sie erlauben ſich zu lachen, wenn ich mich in einer Phraſe ver⸗ wirre! So kann es nicht fortgehen.“
„Sie wollen ſich nicht mehr an das Piano ſetzen, wenn ich zu tanzen Luſt habe,“ ſagte Madame Brin⸗ guefingue,„oder Sie ſpielen ſo ſchnell, daß man unmöglich im Takte bleiben kann und ſogleich ſter⸗ bensmüde wird. Das iſt kein Betragen gegen eine Schwiegermutter.“
„Sie wollen mich niemals auf den Spaziergang begleiten,“ ſagte ihres Theils Clodora,„und ich liebe die Promenade ſehr.“.
Edmund hatte auf Das alles geantwortet:„Mein theurer Schwiegervater! als Sie mir Ihre Tochter zur Frau anboten, hätten Sie mir zum Voraus die
Bedingung mittheilen ſollen, daß ich auch Ihr Men⸗
tor ſein müſſe. Aber es iſt zu ſpät, bei Ihnen die Bildung nachzuholen. Folgen Sie mir und ſuchen Sie nicht große Herren nachzuäffen! Es wird Ihnen Nichts gelingen, als daß Sie ſich dem Spott preis⸗ geben.— Meine theure Schwiegermutter! ich tadle


