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mir vloß, daß ſie ein Duell und das Unterliegen ihres Vetters fürchtete; denn ſie liebt ihn noch immer, ſie hat nie aufgehört, ſein Glück zu wünſchen, das weiß ich gewiß. ich! Aber wohin iſt ſie gegangen... was ſoll aus ihr werden... allein, ohne Freunde, ohne Troſt!... Herr Ginguet, Sie müſſen Conſtanze durchaus wieder auffinden; ich erkläre Ihnen, daß Sie mein Gemahl nur werden, nachdem Sie mir meine unglückliche Freundin zurückgegeben...“
„Aber mein Fräulein, iſt es denn mein Fehler, wenn Fräulein Conſtanze Sie verlaſſen hat?“
„Das thut Nichts zur Sache, mein Herr! Ich kann nur glücklich ſein, wenn ſie in meiner Nähe iſt; und da ich glücklich ſein will, wenn ich heirathe, ſo bleibt es dabei.“
Der arme Ginguet ſtürzte fort, indem er ſich die Haare ausraufte und bei ſich ſagte:„Ich werde Mühe haben, Fräulein Pelagiens Mann zu werden.“
Indeß begann er noch am gleichen Tage ſeine Nachforſchungen. Jede Stunde, die ihm von ſeinen Berufsgeſchäften übrig blieb, verwendete er, um die verſchiedenen Stadtviertel nach Conſtanze zu durch⸗ forſchen, aber erfuhr Nichts. Und wenn er ſo ohne Aufſchluß zu Pelagien zurückkam, ſo machte ihm das Fräulein ein eſſigſaures Geſicht.
Während dieß geſchah, hatte in der Familie Brin⸗ gueſingue ſich Anderes begeben.*
Der Schwiegervater wollte fortwährend⸗ daß ihn ſein Eidam in die Geſellſchaft begleite; aber eines Tages hatte Edmund ſogar zuerſt ſich über Bringue⸗


