Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Eben als er ſein Haus mit einem entlehnten Pi⸗ ſtolen⸗Behälter verlaſſen wollte, wurde Ginguet von dem Thürhüter aufgehalten, der ihm einen Brief einhändigte. Der junge Mann öffnete und las: Ich habe geſtern Ihre Unterredung mit Pelagien angehört; Sie dürfen ſich nicht für mich ſchlagen, Herr Ginguet: denn Edmund hat mich nicht verleum⸗ det, er hat Ihnen nur die Wahrheit geſagt.. Adieu! Sagen Sie Pelagien und ihrem Oheim, daß ich ſie immer lieben werde, jetzt aber verlaſſe; denn da ſie Alles wiſſen, könnten ſie mich ihres Umgangs un⸗ würdig halten. Conſtanze.

Nachdem Ginguet dieſes Billet geleſen, entfielen ihm die Piſtolen; er überlas es von Neuem, um ſich zu vergewiſſern, daß er ſich nicht getäuſcht; dann be⸗ eilte er ſich, ſeinem Nachbar die entlehnten Piſtolen wieder zu bringen und lief zu Pelagie und ihrem Oheim. Zuerſt fragte er ſie, wo Conſtanze ſei.

Sie iſt ſehr frühe ausgegangen, ſagte Herr Pauſe,ohne Zweifel, um eine Arbeit auszutragen; aber zurückgekommen iſt ſie noch nicht.

Jetzt überreicht Ginguet Pelagien den erhaltenen

Brief. Dieſe weint, wird untröſtlich und erzählt ihrem Oheim Alles, was ſeit geſtern vorgefallen. Herr

Pauſe tadelt das Betragen ſeiner Nichte, welche Herrn Ginguet zu einem Zweikampf zwingen gewollt, aber

nimmermehr kann er glauben, daß Conſtanze ſtraf⸗ bar ſei.

Nein, nein! ſie iſt es nicht! ruft Pelagie aus, und ihr Brief, worin ſie ſich ſelbſt anklagt, beweist