Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Wohlan! ſuchen Sie Conſtanzens Vetter auf⸗ fordern Sie von ihm, daß er die Verleumdungen⸗ welche er über ſeine Baſe ausſagte, zurücknehme, daß er ſie zurücknehme in einem Schreiben, welches Sie mir bringen werden, oder zwingen Sie ihn, ſich mit Ihnen zu ſchlagen und bringen Sie ihn um, zur Strafe für ſeine unwürdigen Lügen! Sie verſtehen mich, mein Herr! kommen Sie mit Edmunds Wider⸗ ruf oder nachdem Sie ihn beſiegt zurück... und ich ſage Ihnen meine Hand zu!

Wie, mein Fräulein, Sie verlangen...

Daß Sie ſich mit Edmund ſchlagen! ja, mein Herr! Wenn Sie nicht thun, was ich verlange, ſo brauchen Sie mir den Hof nicht mehr zu machen... ich werde dann niemals Ihre Frau... Nun, mein Herr, zaudern Sie?

Nein, mein Fräulein, nein, ich zaudere nicht.. ich werde mich ſchlagen... o, gewiß!.. obgleich ich nicht mit Waffen umzugehen weiß... Aber wenn ich falle, mein Fräulein?

Dann wird Edmund nur um ſo verächtlicher ſein; Sie aber, der in der Vertheidigung einer ſo ſchönen Sache geſtorben iſt... Sie, der für meine Freundin umkam, Sie werden meine ganze Sehn⸗ ſucht, meine zärtlichſte Erinnerung haben und jeden Tag werde ich auf Ihr Grab gehen zu weinen und Blumen darauf niederzulegen.

Ach, ich verſtehe!.. Sie werden mich ſehr lie⸗ ben. wenn ich geſtorben bin!... Wohlan! das iſt immerhin ein Troſt. Entſchieden iſt's!... Mein