„Es iſt mir einerlei!“... Doch hinweg mit dieſen Gedanken! wir ſind ja für immer geſchieden!...“ Wie Edmund ſo redete, ſtanden ihm beinahe die Thränen im Auge; um ſeine Rührung zu verbergen, drückte er Ginguet die Hand und entfernte ſich ſchnell. Der junge Finanzmann war erſtaunt über das Ge⸗ hörte ſtehen geblieben, und da ſein Geſicht immer der Spiegel ſeiner Seele war, wenn er ſich Abends in's Haus des Herrn Pauſe begab, ſo merkte Pelagie ſogleich, daß ihm etwas Neues begegnet ſein müſſe. Der junge Mann ſchwieg vor Conſtanze, machte Pe⸗ lagien Zeichen mit den Augen, welche Dieſe nicht verſtand, weßhalb ſie nur um ſo neugieriger wurde Conſtanze bemerkte ein paar Mal dieſe Augenſprache, denn auch ſie war durch Ginguets Verwirrung be⸗ troffen worden. Ahnend, daß er ſich nicht in ihrem Beiſein erklären wolle, ſtellte ſie ſich, als müßte ſie eine Stickerei auf ihrem Zimmer holen und ließ Gin⸗ guet mit Pelagien allein; ſchleunigſt fragte ihn Dieſe, was er Neues wiſſe, das Conſtanze nicht hören dürfe. „Was ich weiß?“ ſagte Ginguet, die Augen zum Himmel aufhebend;z„ach, Fräulein!... Dinge, wor⸗ über ich vor Erſtaunen nicht zu mir ſelbſt komme! Mein Gott! wer hätte das vermuthet.. eine ſo gut erzogene Jungfrau!“ „Aber ich bitte, erklären Sie ſich deutlicher.“ Nachdem er noch ein Mal zum Himmel aufge⸗ ſchaut und die Hände zuſammengeſchlagen hatte, ent⸗ ſchloß ſich Ginguet, Pelagien ſeine Unterhaltung mit Edmund zu berichten.
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