Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Meine Couſine!. ei, Herr Ginguet, Sie ur⸗ theilen eben, wie alle Welt, nach dem Scheine.. Habe ich Ihnen nicht geſagt, daß ich niemals die mir angetragene Verbindung annehmen werde.. daß ich mich als Conſtanzens Verlobten betrachte?

Juſt darum, weil Sie mir das ſagten und das Gegentheil davon thaten.

Wenn nun aber meine Cvufine zuerſt ihr Wort gebrochet, wenn ſie mir erklärt hätte:Sie ſind frei, denn ſchon lange liebe ich Sie nicht mehr? Wohlan, mein Herr, das hat ſie mir geſagt. aber ich hätte es ihr nicht geglaubt, wenn nicht anderweitige Um⸗ ſtände mir bewieſen hätten, daß ſie mich hintergehe; ich habe ſie eines Abends bei einem Stelldichein be⸗ troffen...

Fräulein Conſtanze?

Ja, mein Herr, ja, Conſtanze... und überwie⸗ ſeurch meine Gegenwart hat ſie eine weitere Ver⸗ ſtellung für unnöthig erachtet. Das iſt die Wahrheit, mein Herr! Da ich von meiner Cuuſine nicht mehr geliebt wurde, habe ich mich aus Aerger, aus Zorn verheirathet... und ich fühle jetzt wohl, daß ſolche Verbindungen kein Glück bringen. Sie ſehen, Herr Ginguet, daß ich meinen Verpflichtungen nicht untreu wurde... Adieu! Sie ſind glücklicher als ich, denn Sie beſuchen ohne Zweifel meine Couſine; ich aber fühle wohl, daß ich, trotz ihrer Verfehlungen gegen mich, ſie gar zu gerne wiederſehen möchte.. Man kann ſich wenigſtens mit ihr unterhalten.. ſie ant⸗ wortet Einem nicht immer:Ich weiß nicht! oderz