Statt Unternehmungen, die ihm nicht gelangen, aufzugeben, beharrte er dabei mit einem Eigenſinn, den nur zu viele Leute in Dingen üben, die ſie nicht verſtehen und begreifen lernen. Der Ehrgeiz kam auch noch in's Spiel. Edmund wollte fortan wenig⸗ ſtens das Verlorene wieder gewinnen: er riskirte ſtarke Summen, ließ ſich unbedachtſam in Spekula⸗ tionen ein, welche ihm abgefeimte Intriguanten vor⸗ ſchlugen, und ſtatt ſich wieder auf's Laufende zu
bringen, vergeudete er vollends die Mitgift ſeiner Frau, gleich wahnſinnigen Spielern, die nicht auf⸗ hören, bis der letzte Heller aus der Taſche verflo⸗ gen iſt.
Eines Tages begegnet Edmund auf einem ſeiner Ausgänge, die er, um nicht mit der Familie Bringue⸗ ſingue zuſammen zu ſein, ſo weit als möglich ver⸗ längerte, dem Herrn Ginguet, der aus ſeinem Bureau kam. Dieſer wendete ſich ab, um Conſtanzens Vetter nicht anzureden; aber Edmund lief auf Ginguet zu, nahm ihn beim Arm und ſagte:„Ach, wie lange
yabe ich Sie nicht geſehen!... wie viele Dinge ſind inzwiſchen vorgegangen! Es macht mir Freude und Qual, ſo plötzlich mich mit Ihnen zuſammen zu fin⸗ den. Aber ſie machten Miene, mir zu entfliehen.. warum das?“
„Meiner Treu, mein Herr!“ ſagte Ginguet zö⸗ gernd,„weil ich, ſeitdem Sie ſich verheirathet.
ſeitdem Sie Ihre arme Couſine, die Sie ſo ſehr
liebte, verlaſſen haben, mich wenig mehr um Ihre Freundſchaft bekümmere.“
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