Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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miſchen Phyſiognomien vor, auf welchen ein ſtetiges Lächeln ſchwebt, einen mittleren, aber angenehmen Mund, mehr ſchalkhafte als große Augen, eine eher kleine als wohlgebildete Raſe, endlich ein mehr drol⸗ liges als hübſches Geſicht, ſo habt ihr das Portrait von Fräulein Pelagie, der Freundin und Nachbarin von Conſtanze.

Die dritte Perſon iſt ein junger Mann von fünf⸗ bis ſechsundzwanzig Jahren, weit mehr häßlich als ſchön, ſehr blatternarbig, mit zugedrückter Naſe, zu niedriger Stirne, zu hellen Augen, den man aber wegen einer anſtändigen Scheu, welche bei jungen Leuten nicht mehr gewöhnlich iſt, liebgewinnt.

Dieſer junge Mann, deſſen ſchicklicher, aber ſehr einfacher Anzug durchaus nicht nach einem Stutzer riecht, hat ſeinen Platz neben dem Kamin und liest den beiden Frauenzimmern, welche mit der Nadel arbeiten, eine Geſchichte vor:

»Mitten in dem Walde erhob ſich eine alte, zer⸗ fallende Kapelle, welche die Raben, die Nachteulen und Schuhu's zu ihrem Lieblingsaufenthalt gewählt hatten. Der gewaltige Ademar...«

Mein Gott, Herr Ginguet, wie ſchlecht Sie leſen! unterbrach Fräulein Pelagie den jungen Mann mitten in ſeiner Lektüre.Sie hudeln!... Sie miſchen Alles durcheinander wie Krant und Rüben, man kann ſich nicht darin auskennen!

Und doch, mein Fräulein, halte ich bei Punkten und Strichpunkten inne.

Ich weiß nicht, ob die Nachteulen oder der ge⸗