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hebungen über Bordeaux und die Vergnügungen, welche man daſelbſt genieße. Alles dieſes ſtieg dem Reiſenden zu Kopfe.
Am Abend führte ihn ſein Freund Badinguet in
die Oper, indem er es ſo einrichtete, daß der Na⸗ varreſe für Beide bezahlte wie an der Table d'höte, während er ſich den Schein gab, als bezahle er ſelbſt ſeinen Theil.
Der Navarreſe iſt entzückt über das Schauſpiel, die Muſik, den Tanz. Sein Freund führt ihn in's Palais Royal und ſein Entzücken verdoppelt ſich.
Der andere Tag iſt gleichfalls eine fortlaufende Reihe von Vergnügungen und Herr Badinguet rich⸗ tet es ſo ein, daß er ſeinem Freunde nicht von der Seite geht und denſelben nie allein läßt, aus Furcht, es möchte ihn Jemand aus dem Irrthum reißen.
Mehrere Tage verfloßen auf dieſe Weiſe; der Navarreſe fand Bordeaux bewundernswürdig.
Indeß begann er ſich über die Abweſenheit ſeiner Frau und ſeiner Tochter zu bekümmern; er erſtaunte, daß ſie nicht ankamen. Jeden Tag nöthigte er ſeinen Freund, ihn in den Eilwagenhof zu führen, wo er ſie abſteigen zu ſehen hoffte.
So lange Herr Badinguet wußte, daß ſein Freund noch Geld beſitze, verließ er ihn nicht; als er dem⸗ ſelben aber ſeinen Beutel völlig hatte leeren helfen, ſo verſchwand er und der Fremdling ſuchte vergeblich ſeinen treuen Gefährten, mit deſſen Hülfe er die An⸗ kunft des Herrn Desbuiſſons, den er niemals zu Hauſe traf, hatte erwarten wollen.


