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„Je nun, wir hinterlaſſen ihr die Adreſſe meiner Wohnung, die man ihr einhändigen wird.“
Herr Badinguet wohnte gewöhnlich in einem klei⸗ nen Hötel garni in der Straße du Bac zu Paris, wo eine Table d'höte zu vierzig Sous das Couvert gegeben wird. Dahin führte er den Fremden.
Ehe er ihn vorſtellte, redete er zur Fürſorge erſt ganz leiſe mit der Hauseigenthümerin und benach⸗ richtigte ſie, daß es ſich um eine mit der Familie ſeines Gefährten abgeredete Moyſtifikation handle, welchem man übereingekommen ſei, weiß zu machen, er befinde ſich in Bordeaux.
Die gewöhnlichen Gäſte der Table d'höte waren entzückt, als ſie erfuhren, daß ſie ſich auf Koſten eines Fremden amüſiren werden; Jedermann machte ſich ein Vergnügen daraus, dem Herrn Badinguet beizu⸗ ſtehen, und als dieſer ſeinen neuen Freund der Table d'höte von vierzig Sous per Kopf vorſtellte, brach⸗ ten ſie um die Wette ihr Wort an, um den Irrthum des Neuangekommenen zu verſtärken.
Der Navarreſe, welcher, was die Küche betrifft, nicht ſchwer zu befriedigen war, fand, daß man in dem Hotel, wohin ihn ſein Freund geführt hatte, ausgezeichnet ſpeiſe; nur bemerkte er zuweilen, daß die Schüſſeln dergeſtalt ſchnell an ihm vorbeigetragen wurden, daß er nie Zeit hatte, das Stück, welches er gewünſcht hätte, zu nehmen; allein er dachte, dieß ſei ſo der Landesbrauch.
Außerdem amüſirte er ſich ſehr an der Unterhal⸗ tung der Gäſte; um die Wette machten ſie Lobeser⸗
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