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kraft Italiens nicht bedurfte, empfand gleichwohl den ſüßen Einfluß des Klima's; er ſeufzte, wenn er die reizenden Frauengeſtalten ſah, die flüchtig an ihm vorüberglitten, und da der junge Franzoſe ein ſchö⸗ ner Mann war, ſo antwortete man auf ſeine Seufzer durch ein ſehr ausdrucksvolles Augenſpiel.
Unter den ſchönen Geſichtern, die an ihm vor⸗ überkamen, bemerkte Auguſt ein junges Frauenzim⸗ mer von anſtändiger, aber beſcheidener Kleidung am Arm einer ältlichen Frau.
Das Geſicht der jungen Dame war von entzücken⸗ der Schönheit, aber die ſchüchternen Blicke, weit ent⸗ fernt, die des jungen Fremdlings herauszufordern, ſenkten ſich beſchämt, wenn ſie denſelben begegneten. Auguſt folgte indeß den beiden Damen; die Alte ſah zuweilen zurück und trieb, wenn ſie den jungen Mann gewahrte, ihre Begleiterin zu ſchnelleren Schritten
an. So gelangte man in eine entfernte Vorſtadt,
wo die Damen in ein kleines, einſam gelegenes Haus traten. Die junge Perſon ließ noch einmal ihre rei⸗ zenden Züge ſchauen, ihre Augen blickten noch flüchtig auf Auguſt, aber die Alte ſchloß die Thüre und das Zauberbild war verſchwunden.
Eine Weile blieb Auguſt vor dem Hauſe, in wil. ches die ſchöne Italienerin getreten war, ſtehen, doch müde, Thüre und Fenſter zu betrachten, die ſich nicht öffneten, kehrte er nach Hauſe zurück.„Es iſt ein Gogel, das Ideal des Schönen, das Modell einer medickiſchen Venus, eine Galatea, Pfoche, Dido.. und ich muß mit ihr Bekanntſchaft machen.“


