Teil eines Werkes 
6. Th. (1845)
Entstehung
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Den andern Tag kam er wieder auf den Spazier⸗ gang und ſah die beiden Damen vom vorigen Abend wieder. Kühner dießmal, näherte er ſich der älte⸗ ren und bat, als Fremder, um Auskunft über Alles, was ihm auffiel. Man antwortete ihm mit Artigkeit, und die junge Dame erhob zuweilen, ohne ſich in's Geſpräch zu miſchen, ihre ſchönen Augen auf den Franzoſen. Die ältere Dame war ſehr geſprächig, und bald erfuhr unſer junger Mann, daß ſie Sig⸗ nora Falenza heiße, daß die junge Perſon ihre Richte ſei, ſich Cäcilia nenne, daß ſie wenig Vermögen beſitzen, deßhalb in einem abgelegenen Stadtviertel ihre Wohnung aufgeſchlagen haben und einen Theil derſelben vermiethen, wenn ſich ruhige Leute zeigen, weil das ihr geringes Einkommen etwas mehrt.

Noch hatte die Alte nicht ausgeſprochen, als Auguſt die kleine Wohnung zu miethen begehrte. Ich kam nach Italien, ſagte er,um mich dem Studium der Malerei, die ich ein wenig vernach⸗ läßigt habe, hinzugeben; ich habe nur einen alten Militär bei mir, doch wir ſind geſetzt wie junge Frauenzimmer. Ich ſchmeichle mir, daß Sie es nicht zu bereuen haben werden, uns als Miethsleute ge⸗ nommen zu haben.

Signora Falenza machte einige Umſtände, Anguſt wurde jedoch ſo dringend, daß ſie einwilligte, ihm die Wohnung zu zeigen. Man gelangte in daß Häus⸗ chen und ließ den jungen Franzoſen die Wöhnn

ſehen, die man ihm abtreten kann: ſie beſtand aus*

zwei ziemlich ſchlecht möblirten Gemächernz freilich