„Bedenken Sie, mein Herr, daß die ſchönen Künſte allein Sie beſchäftigen ſollen.“
„Der Anblick einer ſchönen Frau entflammt das Genie. Raphael war in das Modell ſeiner Madonna verliebt.“
„Das war vielleicht nicht das Beſte, was er that, mein Lieutenant.“
„Bertrand, Du verſtehſt nichts von den ſchönen Künſten.“
„Wohl möglich, aber ich kann ziemlich gut rech⸗ nen.“
„Ich will einen jener ſchönen Köpfe malen, die mein Auge verführen; ich will eines jener reizenden Geſichter zum Modell nehmen, welche mir die jun⸗ gen Mädchen dieſes Landes bieten.“
„Dann machen Sie es wie Raphael: Sie werden verliebt in Ihr Modell.“
„Deſto beſſer, wenn mich das zu Meiſerwerten begeiſtert!“
„Ich fürchte, es möchte Sie zu etwas Anderem begeiſtern.“
„Haſt Du ſie ſi ſingen hören, Bertrand?“
„Wen, mein Herr?“
„Die jungen Mädchen der Umgegend, die Land⸗ mädchen, gewöhnliche Arbeiterinnen; alle ſingen mit vielem Geſchmack, mit Harmonie! Auf dem Spazier⸗ gang höre ich jeden Abend die herrlichſten Conzerte. Wir ſind in dem Lande der Muſik, mein Freund.“
„Ich wäre lieber in dem der Goldminen.“ „Hier ſind Landleute und Handwerker geborene


